Evangelische Kirche und das Pilgern

Die evangelische Kirche öffnet sich den katholischen Wallfahrten. Diese waren über Jahrhunderte, seit Martin Luther, verpönt. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erklärte, die Protestanten sollten gerne an der diesjährigen Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier teilnehmen. Die Reliquie im Trier Dom wird als das Gewand Jesu verehrt. Das Leitwort der Wallfahrt 2012 sei bewusst ökumenisch ausgerichtet, erklärte der Ratsvorsitzende bei der Synode der rheinisch evangelischen Kirche in Bad Neuenahr. Er sagte gleichzeitig, dass Martin Luther die Heilig-Rock-Wallfahrt vor 500 Jahren als “Bescheißerei zu Trier” kritisiert habe. Inzwischen habe sich jedoch das Verhältnis der Protestanten zum Pilgern verändert. So hätten viele Kirchenkreise eigene Pilgerwege eingerichtet. Zwar habe Marin Luther von “Geläuff” gesprochen, heute in der modernen und hektischen Welt habe das “Beten mit den Füßen” aber eine neue Daseinsberechtigung. Bezeichnend sei zudem, dass der Pilgerweg im Dom beginne und dann von der Reliquie wegführe. Die evangelische Tradition lehne weiterhin die Verehrung von Reliquien ab. Die evangelische Kirche will in Zukunft die ökumenischen Beziehungen weiter pflegen, trotz Enttäuschung über den Papstbesuch im vergangenen Jahr. Fazit des Präses’ der evangelischen Kirche im Rheinland zum Verhältnis zum Pilgern: “Die Wallfahrt kann eine Gabe der römischen Schwesterkirche sein.”
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