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Santiago de Compostela

Santiago de Compostela ist das Ziel der Pilger, die auf dem Jakobsweg ihre Pilgerreise antreten. Es liegt im Nordwesten Spaniens,in der Provinz Galicien. Dort findet sich die Kathedrale, die die Gebeine des Heiligen Jakobs beherbergt - so die Chroniken.

Santiago de Compostela bei Nacht3)
Santiago de Compostela bei Nacht

In Santiago de Compostela wird auch die Compostela-Urkunde ausgestellt, die den Abschluss der Jakobs-Pilgerreise offiziell dokumentiert - vorausgesetzt, man hat genügend Stempel in seinem Pilgerpass gesammelt.

Das Grab des Apostels Jakobus wurde Anfang des 9. Jahrhunderts gefunden. Die Kathedrale, wie man sie heute sieht, entstand im 11. und 12. Jahrhundert. Im Mittelalter pilgerten mehr Menschen nach Santiago de Compostela, als nach Jerusalem. Dennoch blieb Santiago nur das zweitbedeutendste Pilgerziel der Christenheit, hinter der Grabeskirche von Jerusalem. Im Mittelalter wuchsen Klöster und Kirchen um die Kathedrale herum.

Sehenswürdigkeiten in Santiago de Compostela


Museo do Pobo Galego

Wie pilgern wir nun durch Santiago de Compostela im zweiten, im touristischen Durchgang? Man geht von Monte de Gozo mit seinem großen Tourismuskomplex, in dem sich auch die Pilgerherberge befindet, am Pabellon de Galicia vorbei, dann betritt man die Altstadt durch die Pforte des Jakobswegs, die Porta do Camino. In der Nähe ist das Centro Galego de Arte Contemporanea, das unmittelbar an das Dominikanerkloster Bonaval grenzt. Im Kloster ist heute das Museo do Pobo Galego untergebracht mit Ausstellungen zur galicischen Geschichte und Kultur. Kurz hinter der Porta do Camino, an der linken Seite der Rua das Casas Reais, befindet sich die Kirche Santa Maria do Camino, was übersetzt Unsere Liebe Frau vom (Jakobs)Weg heißt. Etwas weiter auf der rechten Straßenseite findet man die Capilla de las Animas, die Kapelle der armen Seelen. Hier sieht man an der Fassade, wie sie im Fegefeuer brennen. Die Straße Azabacheria geleitet zur Praza da Immaculada. Zur linken Hand liegt das Kloster San Pelayo Antealtares, auch San Paio genannt, zur rechten Hand das Kloster San Martino Pinario.

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Die Kathedrale von Santiago de Compostela

Kathedrale von Santiago de Compostela

Vor uns steht nun die Kathedrale von Santiago de Compostela. Wir wollen sie heute von der Seite betreten, die dem Pilgerportal gegenüberliegt, von der Praza do Obradoiro. Die Obradoiro, die barocke Fassade der Kirche, leitet zum Portico de la Gloria, dem Portal. Seine Skulpturen wurden von Meister Mateo im 12 Jahrhundert angefertigt. Am Mittelpfeiler des Mittelportals sieht man Christus, der das Weltgericht abhält. Darunter sitzt der Apostel Jakobus. Der Hochaltar der Kathedrale steht über dem Grab des Apostels Jakobus. Auf dem Altar verteidigt Jakobus die Christenheit gegen die Muslime als Matamoros. Zu seinen Gebeinen gelangt man, indem man einige Stufen hinabsteigt. Eine Silberbüste des Apostels im Altar birgt seine Reliquien. Man kann die Büste von hinten umarmen und dabei dem Apostel mitteilen, dass die Pilgerfahrtnun beendet ist. Im Kreuzgang, der Catedral Vieja, im dortigen Museum, findet man die Büste des Jakobus' des Jüngeren und den Halsreif des Suero de Quinones.

Zurück auf der Praza Obradoira mit Blick auf das Portal hat man zur vorderen linken Seite den Bischofspalast Paxo de Xelmirez. Er ist im isabellinischen Stil gehalten und birgt ein Hotel. Genau links befindet sich das Pilgerhospital der Reyes Catolicos. Dem Portal gegenüber steht der Paxo de Raxoi, das Rathaus. Auf der rechten Seite ist das Colegio de San Xerome. Im Inneren befindet sich die Leitung der Universität von Santiago. Unweit der Kirche, in der Rua do Vilar, findet man die Casa del Dean. Hier ist das Pilgerbüro, in dem man sich die Pilgerurkunde aushändigen lassen kann. Schreitet man die Rua do Vilar hinab bis zum Praza do Toral, so sieht man dort den Paxo de Bendana, einen Stadtpalast aus dem 18. Jahrhundert. Weitere sehenswerte Kirchen sind Santa Maria Salome, die Universitätskirche, früher eine Kirche der Jesuiten, und San Fiz. Den Rundgang in der Altstadt kann man mit einem Besuch des Klosters San Agustin und dem Markt abschließen.