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Pilgerziele der Welt

Wir möchten Ihnen hier die spektakulärsten Pilgerreisen weltweit vorstellen. Tauchen Sie ein in die abenteuerliche Welt des Pilgerns.


Pilgerziel Mount Kailash

Die schönsten Pilgerziele der Welt

Indien: Kumbh Mela

Kumbh Mela ist der Name einer Wallfahrt, die als Pilgerzyklus des Hinduismus alle 12 Jahre in vier Städten am Ufer des Ganges und seiner Nebenflüsse stattfindet. Es ist das größte Pilgerfest des Hinduismus. Im Jahre 2001, in dem das letzte Pilgerfest stattfand, besuchten über 70 Millionen Pilger die Stadt Allahabad. Dort befreiten sie sich in den Fluten des Ganges rituell von ihren Sünden. Kumbh Mela leitet sich von dem mythischen Kampf der Hindugötter um den Krug (Kumbh) mit dem Nektar der Unsterblichkeit her. Beim Kumbh Mela Pilgerfest reiben sich die Sadhus, Hindumönche, vor dem Bad mit heiliger weißer Asche ein.

Peru: Qoyllur Riti

Am Dreifaltigkeitssonntag Ende Mai, Anfang Juni pilgern 30.000 Menschen in die peruanischen Anden zu einem Festplatz am Qoyllur Riti. Qoyllur Riti bedeutet in der Sprache der Indianer "Schneestern". Der Festplatz liegt auf einer Höhe von 4500 Metern. Dort feiern die Menschen drei Tage lang den "Heiligen Vater von Qoyllur Riti". Ursprünglich aber gedachten sie dort den Indio-Göttern.
Manche der Indios gehen über den Festplatz hinaus zum Ausangate Gletscher, um sich den Segen des Berggottes Apu zu sichern. Sie bringen große Blöcke Gletschereis mit hinunter. Dieses heilige Wasser heilt und verleiht Fruchtbarkeit.

Litauen: Berg der Kreuze

In der Nähe der Stadt Siauliai in Litauen liegt ein mittelalterlicher Burghügel. Dort wurden im 19. Jahrhundert Anführer von Aufständischen gegen das Regime des Zaren hingerichtet. Seit jener Zeit protestieren die Menschen gegen die Willkür des Staates: sie stellen Kreuze auf. Hundertausende von Kreuzen sind es mittlerweile. Auch Papst Johannes Paul II stellte 1993 ein Kreuz, eine großes Holzkreuz dort auf. Seither ist der "Berg der Kreuze" ein katholisches Pilgerziel. Heute, da Litauen unabhängig ist, ist Hauptmotiv für das Aufstellen eines Kreuzes die Gesundung nach einer Krankheit.

Philippinen: Karfreitags Passion

Die philippinische Stadt Cutud ist jedes Jahr am Karfreitag Schauplatz einer blutigen Szene: Auf einem Kreuzigungshügel lassen sich Freiwillige mit langen Stahlnägeln durch Hände und Füße an ein Holzkreuz nageln. Mehrere Minuten nehmen die Gekreuzigten die Position ein, die Jesus am Kreuz ertragen musste - allerdings werden zusätzlich die Arme mit Bändern am Querbalken festgebunden.
Die katholische Kirche spricht sich gegen dieses Fest aus, das hauptsächlich touristischen Zwecken dient.

Spanien: El Rocío

Zu Pfingsten wird im spanischen Dorf El Rocio die Marienstatue, die Paloma Blanca, geehrt und gefeiert. Es kommen eine Million Besucher in festlicher Kleidung zum Feiern. Um 2.00 Uhr In der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag holen Mitglieder der Bruderschaft von Almonte als Höhepunkt die Marienstatue aus der Kirche und tragen sie durch den Ort. Die Menschen suchen sie zu berühren, um etwas von ihrem Segen abzubekommen.

 

 

Polen: Tschenstochau

Jedes Jahr pilgern mehr als 5 Millionen Menschen nach Tschenstochau in der Nähe von Krakau. Die meisten von ihnen kommen am 15. August, zu Mariä Himmelfahrt. In Tschenstochau befindet sich im Koster Jasna Góra das Heiligenbild der Schwarzen Madonna. Es ist ein Gemälde. Die Überlieferung berichtet, der Evangelist Lukas habe es auf eine Holzplatte gemalt, die die Heilige Familie als Tisch nutzte. Wissenschaftler und Kunsthistoriker datieren die Entstehung des Bildes auf das 6. bis 9. Jahrhundert. Die Darstellung wird als byzantinische Ikone angesehen. Auf der linken Wange der Schwarzen Madonna ist die Spur eines alten Schwertstreichs zu erkennen.
Die Schwarze Madonna von Tschenstochau ist die Nationalheilige Polens. Sie wird als "Königin von Polen" bezeichnet. Sie verteidigte ihr Kloster und später ihr Land mit Erfolg gegen Angriffe. So wird berichtet, dass sie im Sommer 1920 dafür gewirkt habe, dass polnische Truppen die einmarschierenden Sowjets stoppen konnten. Dieses Ereignis wird als "Wunder von der Weichsel" bezeichnet.
Die Pilger schreiben dem Bild der Schwarzen Madonna wundersame Heilkraft zu.
Lech Walesa, der polnische Gewerkschafts- und Arbeiterführer, stiftete seinen Friedensnobelpreis der Schwarzen Madonna und man sagt, das letzte Gebet, dass Papst Johannes Paul II vor seinem Tod sprach, sei dem Marienbildnis gewidmet gewesen.

Spanien: Montserrat

Die Schwarze Madonna von Montserrat ist eine der ältesten original erhaltenen Madonnen. Man datiert ihre Entstehung auf das 12. Jahrhundert. Ihr Gesicht und die Hände sind schwarz. Der restliche Teil der Statue ist vergoldet. Die Schwarze Madonna von Montserrat ist die Nationalheilige Kataloniens. Sie wird volkstümlich "La Moreneta", "Die kleine Braune" genannt.
Der Überlieferung zufolge wurde die Madonna um 880 von einem jungen Hirten in einer Berghöhle entdeckt. An der Fundstelle wurde eine Kapelle errichtet, weil die Schwarze Madonna zu schwer war, sie zum nächsten Dorf zu bringen. Diese Kapelle war der Vorläufer des Jesuitenklosters von Montserrat.
Ein Pilgerbesuch des Kloster Montserrat und der Schwarzen Madonna lohnt allemal. Das Kloster weist ein berühmtes Kunstmuseum und eine umfangreiche Bibliothek mit mittelalterlichen Schriften vor. Und man folgt berühmten anderen Pilgern: Goethe, Cervantes und Kolumbus.

Frankreich: Rocamadour

In dem kleinen Pyrenäenort Rocamadour steht in einer Kapelle über der Alzou-Schlucht die Marienfigur "Unserer Lieben Frau Armen". Ihre Entstehung wird auf das 12. Jahrhundert datiert. Jährlich begeben sich 1,5 Millionen Pilger auf Marienwallfahrt nach Rocamadour. Die Hauptprozession in Rocamadour jedoch findet am Namenstag des heiligen Johannes statt.
Eine Nachbildung der Madonna aus Eisen befindet sich nahe der Kirche in einer Felsspalte.
Die Madonna soll Seefahrer und Fischer auf hoher See wundersam errettet haben. Die Glocke der Madonna soll läuten, wenn ein Fischer aus Lebensgefahr gerettet wird.
Bekanntester ältester Pilgerfahrer war im 12. Jahrhundert der Zisterzienser - Abt Bernhard von Clairvaux.

Italien: Loreto

Der Marienwallfahrtsort Santa Casa mit seiner Schwarzen Madonna liegt in Loreto in Italien. Die Schwarze Madonna befindet sich in einer Grotte, über der sich ein Dom, in dessen Kuppel sich Kunstwerke der Spätrenaissance befinden. Die Legende berichtet, dass es sich um das Geburts- und Wohnhaus der Mutter Gottes in Nazareth handelt. Engel hätten es im 13. Jahrhundert vom Heiligen Land, in dem sich der Islam ausbreitete, nach Italien gebracht. Am 10. Dezember eines jeden Jahres gedenkt man mit Leuchtfeuern dieser wundersamen Überführung von Marias Haus.
Im 14. Jahrhundert begann die Marienwallfahrt nach Loreto.
1921 wurde die Schwarze Madonna bei einem Feuer zerstört. Man fertigte sie neu aus Zedernholz, das man aus dem Garten des Vatikans in Rom holte.
Papst Benedikt XVI predigte im September 2007 bei der Madonna in Loreto vor 400.000 Jugendlichen.