ruta de la plata

Kirchen und die blauer Himmel auf der Ruta de la Plata

Der bekannteste Abschnitt des Jakobswegs führt durch den Norden Spaniens bis hin nach Santiago de Compostela, der so genannte „Camino frances.“ Viele, die nur von Jakobsweg reden, meinen diesen Wegabschnitt. Es gibt aber auch (sehr viele) andere Pilgerwege, die in die spanische Stadt mit den Reliquien des Apostels Jakobus leiten.

Einer dieser Jakobswege führt von Sevilla aus nach Norden. Sein Name „Ruta de la Plata“. Die gängige Übersetzung hierfür ist „Silberstraße“.

Herkunft des Namens

Diese Übersetzung stützt sich auf die Annahme, dass zuerst die Römer und später die Spanier ihr Silber (la plata) von dem Hafen von Sevilla aus auf diesem Weg zur Nordküste transportierten oder über das spanische Festland verteilten.

Zutreffender dürfte jedoch die Ableitung des Namens „Ruta de la Plata“ aus dem Arabischen sein. „Ruta Bal’latta“ heißt übersetzt aus dem Arabischen „breiter Weg“ und bezieht sich darauf, dass die Mauren, als sie Spanien eroberten, dort die noch aus Römerzeiten stammende breite Straße von Sevilla nach Norden vorfanden und nutzten. Die Ruta de la Plata wird oft auch mit „Camino Mozárabe“ betitelt. Dieser Name deutet darauf hin, dass die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen diesen Weg nutzten, um zum vermeintlichen Grab des Apostels Jakobus zu gelangen.

Nicht gut markiert

Für eine lange Zeit lag die Ruta de la Plata unter dem Mantel der Vergessenheit verborgen. Der Mantel wurde gelüftet. Von Sevilla bis Santiago de Compostela führt dieser Jakobsweg durch die autonomen spanischen Provinzen Andalucía, Extremadura, Castilla-Leon und Galicia. Er verläuft in der Gegenwart weitgehend parallel zur Nationalstraße N630 auf Landwirtschaftwegen, einfachen Pfaden sowie kleinen Straßen. Im Gegensatz zum bekannten und überlaufenen Camino Frances ist die Ruta de la Plate nur mäßig, oft überhaupt nicht, mit gelben Pfeilen gekennzeichnet. Man benötigt also etwas Gespür und Orientierungssinn, um den Weg zu finden.

Die Wegmarkierungen, so sie vorhanden sind, sind alle für eine Süd-Nord-Wanderung ausgelegt. Will man den Weg in umgekehrter Richtung laufen, ist es ziemlich schwierig, in zu finden.