Das Museum Religio in Telgte zeigt eine Ausstellung zum Thema Pilgern.
Pilgern, insbesondere das Pilgern auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela, ist seit Jahren „in“. Mit dazu beigetragen hat insbesondere Hape Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“.


Die Ausstellung „Pilgerwelten“ zeigt jedoch nicht nur populäres und damit die Oberfläche des Pilgerns, sondern präsentiert auch Fakten der Religions- und Kirchengeschichte. Der Pilgerweg im Museum beginnt mit der Präsentation der Weltreligionen und ihren besonderen Pilgerzielen. Auf einem Teppich kann man erkunden, wie weit man es als Pilger hätte, um Kevelaer oder Guadealupe in Mexiko zu erwandern.
Der frühere Hungertuch-Raum des Museums ist zu einem schattigen Waldweg umgebaut worden. Zwei Jakobus-Statuen säumen den Weg. Es sind alte Sandsteinfiguren aus dem westfälischen Raum. Sie lassen erkennen, dass die Jakobspilger auch schon in früheren Jahrhunderten Santiago de Compostela in Spanien zu ihrem Ziel auserkoren hatten. Man kann Pilgerutensilien aus der frühen Zeit bestaunen: Pilgerstab, Hut oder Bußgürtel. Besonders schön sind auch die vielen Abbildungen der Schutzpratrone der Pilger, die ihnen Schutz und Beistand auf ihrer nicht ungefährlichen Reise geben sollten. Besucher finden auch einige Tagebücher, die die Erfahrungen darstellen sollen, die Pilger auf ihrer Reise gesammelt haben. Fehlen darf natürlich nicht der Bestseller von Hape Kerkeling: „Ich bin dann mal weg.“
Geht man den Pilgerweg des Museums weiter, so kommt man in eine zeitgenössische Pilgerherberge mit Doppelstockbeten, Schlafsäcken und Rucksäcken.
Zum Abschluss des Rundgangs wird der Museumspilger noch auf eine meditative Reise geschickt: Wie verändert das Pilgern den Menschen?
Die Ausstellung „Pilgerwelten“ im Museum Religio in Telgte ist noch bis zum 6. September 2015 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag 11.00 bis 18.00 Uhr.