Pilgern nach Santiago de Compostela

Jakobsweg nach Santiago

Der Jakobsweg konnte im vergangenen Jahr 2018 neue Rekordzahlen an Pilgern in der Statistik aufweisen.

Der in Santiago de Compostela endende Jakobsweg ist der bekannteste christliche Pilgerweg der Welt. Und er verzeichnet Jahr für Jahr neue Besucher- bzw. Pilgerrekorde. Blickt man von 2019 auf das vergangene Jahr zurück, so lässt sich feststellen, dass ein neuer Rekord zu verzeichnen ist. Das Pilgerbüro von Santiago de Compostela legte jetzt die neuesten Pilgerzahlen vor.

So waren es 327.342 Ankömmlinge, die in Santiago de Compostela eine Pilgerurkunde ausgehändigt erhielten.

Zum Vergleich die Zahlen aus den Vorjahren:

2017: 301.036 Pilger

2016: 277.854 Pilger

2010 (Heiliges Jakobusjahr):  272.417 Pilger.

Um eine Pilgerurkunde zu erhalten, müssen die Pilger durch Stempel in ihrem Pilgerausweis nachweisen, dass sie die letzten 100 Kilometer bis Santiago de Compostela zu Fuß zurückgelegt haben oder die letzten 200 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren sind.

Zu den Fuß- und Radpilgern, die Anspruch auf die Pilgerurkunde haben, gesellen sich Jahr für Jahr sonstige Besucher hinzu. Insgesamt haben im vergangenen Jahr mehrere Millionen Menschen das Grab des heiligen Apostels Jakobus besucht.

Geschichtliches und heute

In  einer schriftlich erhaltenen Predigt aus dem um 1120 entstandenen Codex Calixtinus ist zu lesen: „Was zögerst du, Freund des heiligen Jakobus? Brich‘ nach Santiago de Compostela auf, dort, wo sich alle Völk einfinden.“  Das Werk beschreibt zudem Wunder, etwa von Stummen, die dank der Santiago-Pilgerschaft ihre Sprache wiederfanden, oder von Tauben, die wieder hören und von Blinden, die wieder sehen konnten.

Wenn auch heute nicht mehr von Wunderheilungen berichtet wird – das ist eher von Pilgern nach Lourdes bekannt – so ist es doch bei vielen Pilgern der Glaube, der sie auf dem Jakobsweg begleitet. Natürlich nicht nur. Aber es geht um Selbstfindung, um Stille, um Abkehr von der Hektik des Alltags, um Freundschaft und um Freude an Gottes Natur.

Nicht jeder pilgert also unbedingt aus religiösen Gründen, auch diejenigen Pilger nicht, die sich mit Pilgerausweis auf den Weg machen und später ihre Pilgerurkunde aus dem Pilgerbüro in Santiago de Compostela abholen. n mit Ausweis nicht. Aber dennoch: 43 Prozent der letztjährigen Urkundenempfänger gaben rein religiöse Gründe für ihre Pilgerschaft auf dem Jakobsweg an, 48 Prozent erklärten,  religiös-kulturell motiviert zu sein und nur neun Prozent der Pilger waren rein kulturell interessiert.

Selbstfindung und Auszeit

Immer mehr Menschen wollen für eine mehr oder weniger kurze oder lange Zeit der Leistungsgesellschaft und dem Stress des Alltags den Rücken kehren.

Der Jakobsweg führt zur Besinnung. Zur Rückbesinnung auf das eigene Selbst und Sein.

Es gibt unterschiedliche Methoden zu sich selbst zu finden. Einige Menschen suchen eine Auszeit im Kloster, andere machen ein Freiwilliges Jahr im Ausland, wieder andere laufen einen Marathon oder klettern auf die höchsten Berge. Andere Menschen pilgern auf dem Jakobsweg, um das Ziel zu erreichen.

Unterschiedliche Jakobswege

Der camino frances ist der  Klassiker unter den Jakobswegen, auch im Jahr  2018.  186.187 Pilgern gingen auf diesem Französischen Weg, der von den Pyrenäen über Burgos, León und Ponferrada nach Santiago führt.

Der Portugiesische Weg kommt aus  Portugal  nach Spanien. 67.816 Pilger gingen ihn im Jahr 2018. Der camino del norte führt parallel der spanischen Atlantikküste zum Ziel. Ihn gingen 2018 19.040 Menschen. Dere Silberweg, der  Vía de la Plata kommt aus Andalusien herüber. Ihn nahmen 9126 Wanderer.

Jakobswege gibt es in allen europäischen Ländern. Sie beginnen meist direkt vor der Haustür. Startet man dort, ist man allerdings, Wochen bis Monate unterwegs, ehe man die Kahtedrale von Santiago de Compostela erreicht.

 Pilgerstatistik

Die Pilgerstatistik lässt sich auch nach Nationalitäten ausfächern.

Spanier: 144.135

Italiener: 26.996

Deutsche: 25.294

US-Amerikaner: 18.582

Portugiesen: 14.411

Franzosen: 8775

Engländer: 7619

Iren:7547

Südkoreaner: 5665.

Teilt man nach Art der Fortbewegung auf, so ergibt sich folgende Statistik:

Fußpilger: über 300.000

Radpilger: 20.787

Pferdepilger:  318 hoch zu Pferd

Rollstuhl: 79 mit dem Rollstuhl

Schaut man auf die Art der Teilnahme am Arbeitsleben, so sehen die Zahlen wie folgt aus:

Angestellte: 84.610

Studenten: 58.673

Rentner: 42.752

Beamte: 18.950 Beamte

Das heilige Jahr 2021

Im Jahr 2021 fällt der Jakobstag, also der 25 Juli, auf einen Sonntag. Zuletzt war dies 2010. Das Bistum von Santiago erwartet dann einen neuen Rekord an Pilgerzahlen.

Wer plant, den Jakobsweg zu laufen, sollte daran denken, dass es vor allem im Hochsommer zu Engpässen bei den Unterkünften in den Pilgerherbergen kommen kann. Dann sind  aus Feriengründen die meisten Pilger unterwegs.  Viele weichen auf die kühleren Monate des Jahres aus. Ruhe und Kälte – das passt zusammen.

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